In der Schule – Schwäbisch zum Abgewöhnen?
Mit der Standardisierung der Sprache ging die Verdrängung der Dialekte einher. Diese wurden als „Hindernisse beim Lernen“ betrachtet. Vor allem nach 1945 gerieten die Dialekte in Verruf. Dies schlug sich auch in den Bildungsplänen nieder. Die Kinder sollten den „einfachen und natürlichen Gebrauch der Hochsprache“ erlernen.
Dialekte galten als verachtete Sprachform sowie als Bildungshindernis. Ältere Lehrer berichten, dass sie in Aufsätzen alles anstreichen mussten, was sich nach Dialekt anhörte.
Die Zeiten haben sich geändert. Heute gilt der schwäbische Dialekt als „erhaltenswertes Kulturgut“. In Bayern soll Dialekt wieder an der Schule verankert werden, um den „Sinn für Heimat und Identität zu schärfen“.
Da heute viele Schulkinder die deutsche Sprache erst erlernen müssen, ist dies wohl „bissle“ nostalgisches Wunschdenken.
Ute Ströbele