Verdrängung und Bewahrung
Mit der Verdrängung des Dialekts seit dem 19. Jahrhundert setzte gleichzeitig auch eine Bewegung des Bewahrens ein. Um 1900 wurden alle Lehrer aufgefordert, Worte des Ortsdialektes zu dokumentieren. 1901 erschien der erste Band des „Schwäbischen Wörterbuches“. Außerdem begann schon früh das teilweise national geprägte Romantisieren und Überhöhen von Land und Leuten, z.B. im Rundfunk. 1924 wurden bereits Beiträge in Mundart mit dem heute noch unvergessenen Willy Reichert (1896-1973) produziert. Auch in unserer Region haben zahlreiche Mundartdichter und Mundart-dichterinnen den örtlichen Dialekt in Gedichtform verewigt.
Selbst die Werbung greift heute auf den Mythos des Schwäbischen zurück. Man denke nur an den Spruch: „Wir können alles außer Hochdeutsch“.
Ute Ströbele